Gegen 1 Uhr nachts kam Sammy wie so oft von Ihrer Gartenrunde zurück. Munter nahm sie ihre Nachtmahlzeit und legte sich dann zu mir in den Sessel. Sie war etwas ruhiger als sonst, aber hey, das war ich bei der Hitze auch.
Um halb drei ging ich ins Bett, alles war wie immer.
Als ich dann, wie sich rausstellte kurz nach 5 morgens, von einem Geräusch geweckt wurde, das wie eine Mischung aus dem Knurren bei einer Katzenkeilerei und "ich hab euch ne frische Maus mitgebracht" klang, schlurfte ich in den Flur. In der Annahme, irgendeine der Katzen habe besagte Maus reingeschleppt, und diese verstecke sich nun hinter einem Möbelstück. Stattdessen lag Sammy mittem im Korridor und gab diese Laute von sich. Sie hatte riesige Pupillen, weit aufgerissene und hin und her zuckende Augen, trat unkontrolliert mit allen Pfoten und atmete schwer und stockend. Um sicher zu gehen versuchte ich ihr ins Maul zu schauen, ob da etwas feststeckte, aber da war nichts. Ich zog mir nur einen letzten Kratzer an Sammys Zähnen zu.
Deshalb rief ich sofort die Klinik an und war 5 Minuten später mit Sammy dort. Der Doc warf einen ernsten Blick auf Sammy, hörte sie ab, sah sie nochmal genau an, und sprach dann die oben genannten Worte. Er erklärte mir, dass er Sammy nicht helfen könne, sie liege, vermutlich aufgrund eines Thrombus im Kopf, bereits im Sterben. Er habe beim abhören Flüssigkeit in der Lunge gehört, sie habe ja schon einen Großteil der Kontrolle über Ihren Körper verloren und quäle sich nur noch. Das traf mich natürlich wie ein Schock. Er hatte doch bisher immer meine Katzen wieder gesund gemacht, und Sammy und ich haben doch erst vor wenigen Stunden noch zusammen gespielt.
Ich fragte noch, ob er sich völlig sicher sei, obwohl mir klar war, wie überflüssig die Frage ist. Dann ging alles relativ schnell. Er gab Sammy die Spritzen und ließ uns allein. Sammy hatte davon wahrscheinlich schon nichts mehr mitbekommen, so wie sie weder auf das in die Box packen noch auf die Fahrt oder die Untersuchung irgendwie reagiert hatte. Um 5:37 Uhr starb Sammy, Maxes scheue und gleichzeitig unglaublich verschmuste Schwester, in meinen Armen.
Schwarzmiez, du wirst mir fehlen.






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