Im Laufe der Nacht auf Dienstag find Maxe an, diese typischen dicken Speichelfäden zu ziehen. Und er wurde richtig aggressiv, wenn man ihn in der Nähe des Kinns berührte. Auch ohne Blick in den Hartmann war klar, da ist was rund ums Gebiss nicht in Ordnung. Nach einem Anruf in der Klinik gegen Mittag saßen wir zwei dann nachmittags wenig begeistert im Wartezimmer. Maxe hatte auch Dienstag Hunger gezeigt, aber es nicht gewagt, irgendeine Nahrung auch nur zu lecken, geschweige denn zu kauen.
Dr. Heinrich stellte dann auch beim ersten Blick in Maxes Mund fest, das hier Handlungsbedarf besteht, und zeigte mir ein nahezu rundum rotes Zahnfleisch und mehrere zahnsteinbelegte Zähne. Da Maxe nun schon 24 Stunden keine Nahrung zu sich genommen hatte schlug der Doc vor, Maxe gleich in der Klinik zu behalten, um ihm Infusionen zu geben und in Ruhe auf eine Zahn-OP früh am Mittwoch morgen vorzubereiten. Ich war damit natürlich sofort einverstanden, als langjähriger Kunde kannte ich die Qualität meiner lokalen Tierklinik nur zu gut. Maxe war da in besten Händen. So unterschrieb ich den "OP-Zettel" und verabschiedete mich, trotzdem besorgt, von Maxe.
Der Rest des Tages und der Nacht war nicht wirklich erbaulich. Es ist schon ein komisches Phänomen, was man sich so zusammendenkt, wenn ein Tier in der Klinik sitzt. Da wollte ich eigentlich mehrere Stunden an den ACLs für ein Multiuser-Projekt herumhacken, aber das ging gar nicht. Also nahm ich ein Buch und versuchte, ein wenig zu lesen. Das ging dann jeweile eine Weile, und plötzlich brennt sich der Gedanke "JETZT würde Maxe neben mir aufs Fensterbrett springen und Ausgang fordern, um seine Nachtrunde in den Gärten zu drehen" in den Vordergrund. So ging das dann stundenlang. Und obwohl Maxe ansich mit seinen 15 Jahren ein kerngesunder, großer und starker Kater ist, stellten sich doch Sorgen wegen der Narkose ein. Die soll ja im Alter nicht mehr so easy sein, und was noch alles.
Irgendwann war es Mittwochs, ich hatte ein paar Stunden geschlafen und wartete darauf, dass es 13 Uhr wurde. Das war der ausgemachte Zeitpunkt, sich nach Maxes Befinden nach der OP zu erkundigen. Wie es sich gehört war erstmal eine ganze Weile das Telefon besetzt ...
Der Anruf ergab dann aber das bestmögliche Ergebnis. Operation gelungen, Patient wacht bereits auf, keine Probleme, keine besonderen Vorkommnisse. Wenn um 17 Uhr die offene Sprechstunde beginnt soll ich bitte zum abholen vorbeikommen.
Katz nach einer gelungenen OP abholen ist eher die angenehmere Art von Tierarztbesuch. Der Grund ist ein erfreulicher, und Katz ist oft auch durchaus erfreut, einen widerzusehen, und vor allem, heimzukommen. So auch Maxe. Erstmal hatte ich aber noch ein interessantes Gespräch mit dem Doc, darüber, dass Maxe 6 Zähne im Oberkiefer gezogen wurden; das bei der Gelegenheit auch gleich eine ordentliche Zahnsteinentfernung durchgeführt wurde, und das auch Maxe sich jetzt - wie seine Schwester - mit dem mistigen FORL rumärgern darf. Maxe sah derweil etwas genervt aus seinem Kennel und fing an zu quengeln. Ich bekam eine gediegene Menge Suanatem Antibiotika mit nach Hause. Dank Maxes Größe und Kampfgewicht beläuft sich die Dosierung auf 2 x tgl. 3 Tabletten für die nächsten drei Tage und 2 x tgl. 2 Tabletten für zwei weitere Tage. Montag geht's dann zur Nachuntersuchung.
Zuhause stieg Maxe mit sichtlicher Erleichterung aus seiner Box. Ein klein wenig wackelte er noch beim gehen. Ansonsten ging er den Rest des Tages sehr ruhig an. Nahrung zu sich nehmen durfte er heute eh noch nicht. Scheinbar war ihm da auch nicht nach. Zwar kam er auch in die Küche, als ich die anderen drei fütterte, aber er schaute nur mäßig interessiert von der Tür aus auf die Näpfe, und drehte dann wieder Richtung Schlafplatz ab. Ich hab mich dann noch im Aldi mit Leberwurst und Hühnerbrust eingedeckt, um halbwegs Chancen zu haben, soviele Tabletten in den Kater zu mogeln. Morgen geht's los, das wird keine Poolparty.





Im Laufe des letzten Montags fing Maxe, der sich sonst eher durch guten Appetit auszeichnet, plötzlich an, hungrig aber lustlos an seinem Futter zu schnüffeln und mit der Pfote drin rumzustockern. Natürlich kommt es manchmal vor, das einer der Katzen ihr Futter grade nicht paßt. Aber als auch der Gegentest mit Schinken und Hühnerbrust kein anderes Ergebnis brachte war klar: Wir müssen mal wieder in die Tierklinik.
Kommentare: